Autofahren inklusive: Augsburg führt die "Mobil-Flat" ein

1w ago

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Mit den "Öffis" unterwegs zu sein ist für viele von uns einfach nur belastend. Die Tickets sind teuer, die nächste Haltestelle ist ewig weit entfernt und wenn dann Leute sagen, dass sie in der Stadt auf das Auto verzichten können, schütteln die meisten von uns nur mit dem Kopf. Wir haben schon verstanden, dass man sich eine Monats- oder Jahreskarte kaufen kann, ABER:

Was denn, wenn ich jetzt doch mal ein Auto brauche?

Klar, dann kann ich mich bei einem Carsharing-Anbieter registrieren. Oder am besten gleich bei mehreren, damit die Chance größer ist, schnell mal ein Auto zu finden. Und wenn ich für eine kurze Strecke mal so ein Citybike verwenden möchte, muss ich mich wieder woanders registrieren. Wollen die nicht sowieso alle nur an meine persönlichen Daten?

Tausend Gründe, die gegen den öffentlichen Nahverkehr und für das eigene Auto sprechen. Doch was sich die Stadt Augsburg jetzt ausgedacht hat, räumt einige dieser Bedenken aus.

Ab 1. November kann man sich hier eine Mobilitäts-Flatrate sichern. Für 79€ im Monat kann der Nutzer alle (Biogas-)Busse, Straßenbahnen und Leihräder unbegrenzt nutzen. Klingt unspannend? Stimmt, denn das war noch nicht alles. Im genannten "kleineren" Paket sind nämlich zusätzlich 15 Carsharing-Stunden (bis zu 150 Kilometer) enthalten.

Kilometerbeschränkungen sind doof?

Wer bereit ist, 30€ mehr für das große Paket auszugeben, der bekommt sogar 30 Autostunden im Monat und hat dabei auch keine Kilometerbeschränkung mehr. Das heißt, ich kann für 109€ Busse, Bahnen und Leihräder nutzen UND noch eine Stunde täglich mit dem Auto fahren, ohne mich dabei um lästige Parkplatzgebühren kümmern zu müssen, die immer mehr deutsche Innenstädte zur Qual werden lassen. (Im österreichischen Wien gibt es für den Preis beispielsweise nicht einmal einen Tiefgaragenstellplatz.)

Das ersetzt für mich zwar nicht das eigene Auto, aber einen Zweitwagen kann man sich damit eher sparen, wenn man nur im Stadtgebiet unterwegs ist.

Und überhaupt: Warum sollten sich unsere liebsten Gefährte bei Wind und Wetter im wilden Stadtverkehr hinten anstellen, wenn das nicht auch einfach ein zerbeulter Leihwagen tun kann, den ich weder betanken noch putzen muss? Währenddessen können sich unsere Familienmitglieder aus Metall gemütlich in der Garage auf die nächste Wochenendausfahrt freuen.

E-Scooter sind aus gutem Grund NICHT dabei

Auf E-Scooter wollen die Stadtwerke Augsburg das Angebot jedoch nicht ausdehnen, denn diese halten sie nicht für eine sinnvolle Ergänzung des Nahverkehrs. Mit dieser Meinung stehen die Augsburger nicht allein da, denn sowohl Verkehrssicherheit als auch Ökobilanz der elektrischen Roller sind höchstumstritten. (Für mich sind diese Dinger nur "der leise Tod".)

Was bedeutet das jetzt für uns Autofans?

Auch wenn das häufig anders dargestellt wird, ich glaube, dass besonders Autoliebhaber solche Angebote zu schätzen wissen. Keiner von uns steht gern in überfüllten Städten im Stau oder sucht nach einer 30-minütigen Fahrt noch für 20 Minuten nach einem Parkplatz. Es ist nicht des Rätsels große Lösung, aber wenn mehr Städte solche Angebote auf den Markt bringen, bin ich mir sicher, dass sie auch angenommen werden.

Oder wie seht ihr das?

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