Die Top 5 tödlichsten Wintersünden im Straßenverkehr

Viele Fehler bleiben zwar oft lange Zeit unbestraft. Wenn dann aber doch etwas passiert, geht es oft um weit mehr als nur ein Bußgeld.

1y ago
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Es ist doch jedes Jahr das gleiche Trauerspiel auf den Straßen. Kaum fällt die erste Flocke Schnee, fällt auf einmal allen auf, dass es ja tatsächlich Jahreszeiten gibt. Doch wer erst dann in die Wintersaison startet, hat schon vieles falsch gemacht.

Hoffentlich wisst ihr, liebe Leser, es besser und könnt behaupten, keinen der folgenden Fehler zu machen. Denn neben eingefrorenem Kühlwasser und toter Batterie gibt es einige Kapitalverbrechen, die euch in Lebensgefahr bringen können.

Platz 5: Aufblendlicht im Schneegestöber

Die letzten Winter waren nicht die schneereichsten kalten Jahreszeiten unserer Zeit. Wenn dann aber doch die ersten Flocken fallen und dazu ein kräftiger Wind geht, wird die Sicht oft schlechter als in einer Nebelbank. Die erste Reaktion vieler Autofahrer ist das Einschalten des Fernlichts.

Nun hat Schnee aber die wunderbare Eigenschaft, dass er das Licht zurückwirft, mit dem er angeleuchtet wird. Und somit wird aus schwierigen Sichtbedingungen mit Aufblendlicht schnell ein "Whiteout". Und wenn sich die Augen dann wieder an die veränderten Lichtbedingungen gewöhnen, findet man den Wagen schneller im Graben wieder als einem lieb ist.

Die Lösung: Angepasste Geschwindigkeit und Abblendlicht.

Platz 4: Schneebedecktes Auto

Wir lieben es, durch's Leben zu hetzen. Nie haben wir Zeit für ein ausgiebiges Frühstück oder die Zeitung am Morgen. Und überhaupt: Wer liest schon noch eine Zeitung? Fakt ist: Das Auto vom Schnee zu befreien, passt dann erst recht nicht in unseren Zeitplan. Und so wischen wir bestenfalls noch die Scheiben frei oder quälen unsere armen Scheibenwischer mit dieser Aufgabe und los geht's! Wo ist das Problem?

Mal abgesehen davon, dass ihr den Schnee dann auf dem Weg verliert und er bei anderen auf der Frontscheibe landet, wollt ihr im Auto ja auch nicht frieren. Was hat das jetzt damit zu tun? Nun ja, durch die Wärme, die euer Wagen abgibt, taut der Schnee an der Fahrzeugoberfläche leicht an. Wenn ihr den Wagen abstellt, wird aus dem angetauten Schnee Eis. Und schon werdet ihr vom vermeintlich harmlosen Puderschneestreuer zur Eisplattenwurfmaschine.

Und jetzt reden wir mal nicht nur vom Ford Ka oder Fiat Punto, sondern von einem Sprinter oder einer Zugmaschine. Die Eisplatten, die von diesen Fahrzeugen abfallen, können lebensgefährlich sein.

Die Lösung: Die Zeit für den Handbesen am Morgen einplanen.

Platz 3: Vereiste und beschlagene Scheiben

Dieser Titel erklärt sich eigentlich von selbst und doch sieht man jedes Jahr Autos durch die Gegend fahren, deren Insassen durch die Scheiben nicht erkennbar sind. Und wenn ich schon nicht in das Auto hereinschauen kann, wird es für den Kollegen auch verdammt schwer, mich als anderen Verkehrsteilnehmer zu sehen.

Es reicht also nicht, nur die Frontscheibe zu kratzen und bestenfalls die Heckscheibenheizung einzuschalten, sondern auch Seitenscheiben und Spiegel tragen dazu bei, dass ich auch andere unachtsame Verkehrsteilnehmer im Blick behalte und reagieren kann, bevor sie mich aufgabeln.

Die Lösungen sind vielfältig: Beheizte Scheiben, Eiskratzer, Garage, Scheibenabdeckungen, Standheizung, ...

Platz 2: Fehlende Winterreifen

Das leidigste Thema vieler Autofahrer: die Reifen. Nachdem ich in unzähligen Foren beiträge gelesen habe wie "Bei uns schneit es eh nur an maximal 2 Tagen im Jahr, da brauche ich keine Winterreifen." ist mir dieses Thema besonders wichtig. Winterreifen sind keine Schnee- und Eisreifen. Wer sich nur auf Schnee und Eis bewegt, sollte über Spikes nachdenken. Für alle anderen gilt: Fällt das Thermometer häufig unter 7 Grad, sind Winterreifen angesagt!

Denn was Winterreifen auszeichnet, ist nicht die Haftung auf Eis und Schnee, sondern eine Gummimischung, die bei niedrigeren Temperaturen elastischer ist und damit bessere Haftungs- und Bremseigenschaften gewährleistet.

Und jeder, der nicht versteht, dass es dabei wirklich um den kleinen Unterschied zwischen Leben und Tod geht, kann sich glücklich schätzen, dass er noch keine wirklich brenzlige Situation im Winter erlebt hat. Denn diejenigen, denen Unfälle wegen falscher Bereifung passiert sind, können oft nicht mehr darüber sprechen.

Die Lösung: Winter- oder wenigstens Ganzjahresbereifung mit Alpine-Symbol (ehemals M+S Kennzeichnung)

Platz 1: Selbstüberschätzung (oder: "Schau mal: Ich bin Ken Block!")

Eigentlich hätte die Bereifung schon Platz 1 verdient, doch es gibt noch eine schlimmere Unfallursache im Winter wie in jeder anderen Jahreszeit. Und die hat ausnahmsweise keinen technischen, sondern einen menschlichen Hintergrund: Selbstüberschätzung.

Und der Personenkreis beschränkt sich nicht nur auf Kids, die ihren ersten Winter mit fertigem Führerschein im eigenen Auto erleben, sondern erstreckt sich über Erwachsene, die glauben, sie hätten schon alle Situationen erlebt und sie könne nichts mehr schocken bis hin zur betagteren Generation, bei der das "ja immer gutgegangen" ist.

Im Sommer halten sich gemessen an Erfahrungswerten mindestens 23% der Deutschen für Michael Schumacher. Und im Winter wollen sie dann ihrem inneren Ken Block freien Lauf lassen und um die Ecken driften. Jungs und Mädels: Reißt euch zusammen! Am Ende des Tages wollen wir alle nur sicher ankommen.

Was sind eure absoluten Tabus im Winter? Was regt euch bei anderen Verkehrsteilnehmern besonders auf? Schreibt's in die Kommentare. Danke für's Lesen und gute Fahrt!

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Comments (2)

  • Bin gespannt auf meinen ersten Schnee mit Auto, habe zwar einen Quattro (vor allem da es gern mal schneit wo ich wohne), aber leider habe ich meinen Führerschein im Sommer gemacht, also mal sehen wie es läuft

      1 year ago
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