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Ein anderer Ansatz zum E-Auto – Solarauto Lightyear One

Solar statt nur Batterie. Das Solarauto Lightyear One.

2y ago
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“Es ist Zeit, anders zu denken” - Ich glaube diesen Satz haben schon einige von uns Petrolheads gehört, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Ich muss zugeben, dass ich kein großer Fan von E-Autos bin. Heulende Motoren und der Geruch von Benzin ist wohl eher mein Zuhause. Aber genug davon. Heute geht es um den Lightyear One.

Was ist der Lightyear One?

Der Lightyear One ist ein E-Auto, dass nicht nur über die Steckdose geladen werden kann. Nein, es ist wohl eher eine fahrende Solarzelle. Das Konzept stammt von dem niederländischen Start-up Unternehmen “Lightyear”. Soweit es auf den ersten Renderings erkennbar ist, ist das Dach und die Motorhaube ein einziges Solar-Panel.

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Solar und Batterie

Die ewige Diskussion bezüglich der Ladezeiten von E-Autos ist nichts Neues. Aber was wäre, wenn man es während der Fahrt laden könnte? Zumindest bei Sonnenschein. 😊 Es wäre zumindest eine kostengünstige Alternative, bevor man Straßen mit Ladeelektronik ausstattet oder Überleitungen anbringen lässt - wie auch immer hier die derzeitigen Konzepte aussehen mögen.

Laut Lightyear soll es möglich sein, dass das Auto mit seinen integrierten Solarzellen, je nach Standort, Wochen oder sogar Monate lang ohne Aufladung an der Steckdose fahren kann. Dies kann ich mir, zum Beispiel in Tirol, nur schwer vorstellen. Meistens führen unsere Straßen bergauf und sehr viele Tage Sonne haben wir nicht. Aber auch daran wurde gedacht. Es ist ebenso möglich, mittels Steckdose oder Schnelllader zu laden.

Die Reichweite pro Ladung soll je nach Batteriekonfiguration zwischen 400 und 800 km liegen. Aber fahren und laden ist nicht alles! Der Energiespeicher des Lightyear One kann ebenso als Stromquelle für diverse Verbraucher oder gar zur Versorgung des eigenen Hauses dienen.

Technik

In die fahrende Solarzelle wurde einiges an Entwicklung gesteckt. So erklären die Entwickler, dass solch ein Fahrzeug unglaublich effizient sein muss. Um dies zu erreichen, erfordert es ein Re-Design von Fahrwerk, Antriebsstrang und Aerodynamik. Lightyear hat in den letzten Jahren eine komplett native Solar-Elektro-Plattform entwickelt, die eine bis zu dreimal höhere Energieeffizienz besitzen soll, als aktuelle Elektroautos.

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Premiere und Marktstart

Die Premiere des Lightyear One soll am 25. Juni 2019 in der niederländischen Stadt Katwijk stattfinden. Die erste Serie namens “Signature-Version” wird jedoch erst 2020 verfügbar sein. Mitte 2020 folgt dann eine “Pioneer-Version” und Anfang 2021 die Serienvariante.

Der Preis ist heiß

Der Preis ist mit 119.000 Euro (vor Steuern) nicht gerade ein Schnäppchen. Man bedenke jedoch, dass derzeit das Unternehmen von 100 Vorbestellern spricht. Somit sind die limitierten Sonderserien Signature und Pioneer zum Marktstart schon ausverkauft.

Was haltet ihr von dem Konzept?

Haben Solarzellen auf Autodächern eine Zukunft? - Schreibt mir ein Kommentar. Würdet ihr ein Auto auch als aktive Solaranlage für euer Eigenheim nutzen? 🤨

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Comments (5)

  • Ich glaube nicht, dass sich der Mehraufwand der Solarzellen lohnt. Wenn wir auf die Zahlen gucken, wird es nüchtern:

    Die Solarkonstante (Menge an Energie der Sonne), die an der Erdoberfläche ankommt, ist circa 1kW/m^2. Das gilt aber nur, wenn die Fläche absolut senkrecht zur Sonneneinstrahlung steht. Bei einem 2m x 5m großen Auto haben wir maximal 10m^2 Solarpanels. Das macht 10kW Leistung. Nehmen wir optimistische 10h Sonne, macht 100kWh am Tag. Der Wirkungsgrad von guten Solarzellen ist bei circa 20%, also 20kWh.

    Das heißt unter absolut optimalen Bedingungen, die mit Sicherheit nicht gegeben sind, haben wir bei einem effizienten Elektroauto (z.B. Tesla Model 3) Energie für 100km.

    Führen wir ein paar realistische Bedingungen für den Sommer ein, u.a. leichte Cirrus Wolken (50% weniger Solarenergie), einen durchschnittlichen Winkel von 45° der Sonne (30% Abzug), ein paar Stunden weniger in der Sonne z.B. wenn man im Schatten parkt (vielleicht nochmal 30% Abzug). Dann sind wir nur noch bei circa 25km. Das reicht für viele nicht mal zum Pendeln. Und es gibt noch zahlreiche weitere Faktoren, die die Leistung einschränken, z.B. im Winter, schmutzige Autos, ...

    Was denkt ihr?

      2 years ago
    • Wow, so ein Rechenbeispiel hätte ich nicht erwartet - aber danke dafür, dass du dein Wissen mit uns teilst.

      Wie im Beitrag schon erwähnt bin ich generell kein "Fan" von E-Autos. Ich bin deiner Meinung, dass dieses System keine...

      Read more
        2 years ago
  • Die Umsetzung wird wahrscheinlich zu teuer sein. Dazu bringt die Produktion bestimmt mehr Emissionen, als sie mit der Technik wieder gut macht. Und in den 20h am Tag in denen die Sonne nicht scheint, muss das zusätzliche Gewicht mitbeschleunigt werden...

      2 years ago
  • Interessant 🤔

      2 years ago
  • E-Auto mit Solarzellen? - Eine eventuelle Zukunft? | @tribe

      2 years ago
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