In diesem Golf 1 Cabrio bin ich groß geworden, nun hat das Auto stolze 308.000 km auf der Uhr, ist aber noch immer in Familien Besitz. Zeit mal ein paar Dinge an dem Auto zu reparieren. „An alten Autos kann man noch was selbst machen“ Man hört immer wieder Leute sagen an alten Autos kann man wenigstens noch was selbst machen, neue Autos sind ja so kompliziert. Ich sage ja und nein. Warum werde ich in den folgenden Zeilen erklären.
Ziel war es an dem Auto mal alles zu machen, was ich in den letzten Jahren angesammelt hatte dazu gehörten, Ölwechsel, Bremsflüssigkeit, Bremsen, Antriebsmanschetten und Querlenker. Das sind eigentlich keine komplizierten arbeiten an so einem einfach gestalteten und übersichtlichen Auto wie einem Golf, alles ist recht übersichtlich gestaltet und nach dem Lösen von wenigen schrauben hat man alles in der Hand, so die Theorie. Das war alles absolut richtig vor 20 Jahren doch jetzt nach 30 Jahren und 300tkm sind viele schrauben so fest gerostet und zusammen gebacken das man mit dem Lösen einer einfachen Schraube gerne mal eine Stunde zubringen kann. Passiert so etwas dann macht, dass einen immer besonders glücklich denn die Zeit hat man natürlich eingeplant das aus einem 10s Job ein Stunden Job wird. Das Erste, was ich lösen musste, war die Zentralmutter der Antriebswelle. Schlagschrauber hatte keine Chance, viel zu fest, nächste Option war ein Knebel mit einem sehr dicken Stahl Wasserrohr. Hier trifft der alte Spruch zu „Gewaltig ist des Lehrlings kraft, wenn er einen Hebel hat“. Das Ergebnis war jedoch, dass mein Knebel, der mich noch nie im Stich gelassen hatte, danach gnadenlos verbogen war. Nachdem ich verschiedene Werkzeuge und Nüsse zerstört hatte, gab die schraube letztendlich nach. Dies war aber nicht die einzige Schraube, die sich so verhielt. Als Nächstes ging, es an die Führungshülsen von den Bremssätteln natürlich waren zwei von vier 6-Kant nach wenigen Minuten rund, also aufbohren und dann rausdrehen, die Führungshülsen waren danach zerstört und deshalb mussten neue gekauft werden. Nachdem alles demontiert war, konnte man schließlich die Antriebswelle aus dem Radlager ziehen. Hierfür kam ein neu erworbenes Spielzeug zum Einsatz ein Luftdruck Manschettenspreizer, tolles Werkzeug hat super funktioniert.
Danach ging es weiter mit den Querlenkern, diese sind kein Hexenwerk. Man muss das Querlenker-Set zusammenbauen also alle Lager einpressen und dann einfach den alten Querlenker mit drei Schrauben raus und danach mit drei Schrauben wieder rein. Selbstverständlich habe ich hier alle Schrauben erneuert. Nachdem ich alles, was sonst noch auf der Liste stand, erledigt hatte, ging es ans zusammenbauen. Abschließend muss ich sagen das Arbeiten an alten Autos ist in der Theorie einfach, viele Teile sind weit einfacher gehalten sind da die Ansprüche früher anders waren. Ein Auto musste nicht die strengsten Abgasvorschriften einhalten oder jede zehntel Sekunde herausholen können. Trotz all dem sind diese Autos alle in die Jahre gekommen und nun muss man sich mit Dingen wie verrosteten Schrauben herumärgern, die einem Unmengen an Zeit rauben können.
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