Mercedes-Benz EQV: Totgesagte leben länger.

4w ago

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Von experimentellen Fahrzeugen über Hybridmodelle in der Mittelklasse bis hin zur vollen Elektrooffensive hat sich die Automobilindustrie in den letzten Jahren stark gewandelt. Aktuell boomen vor allem Kleinwagen und SUVs mit einem Stecker. Doch einige Karosserieformen sind dabei anscheinend unter die Räder gekommen. (unbeabsichtigter, schlechter Wortwitz)

Die ganze Welt befindet sich in einem SUV-Rausch. Doch Autofans sind da geteilter Meinung. Ich habe vor einer Woche eine Umfrage auf DriveTribe gestartet, ob unsere Community SUVs praktischer findet als andere Autos. Über 70% von euch haben mit "Nein" abgestimmt. Was ist denn dann ein gutes Familienfahrzeug? Ein Kombi meinen viele. Doch für eine wirklich große Familie mit mehr als zwei Kindern ist ein Kombi schon fast wieder zu klein. Vans und Kleinbusse sieht man zunehmend seltener auf unseren Straßen. Sind ihre Tage gezählt?

Nicht, wenn es nach Mercedes-Benz geht. Bei der Buchstabenkombination EQV erwarten viele wahrscheinlich ein futuristisches, teilautonomes Ungetüm. Doch manchmal ist es besser, auf bewährte Designs zu setzen, wenn man nicht gerade mit einer Art Fiat Multipla enden möchte. Und genau das ist es, was den EQV sympathisch macht.

Keine kitschigen Kurven, kein überzogen digitales Cockpit, massig Platz und vor allem: kein SUV! Der EQV basiert auf der V-Klasse. Am Design des Personentransporters wurden kaum Änderungen vorgenommen. Nur die fehlende Abgasanlage wird den geneigten Beobachter zum Nachdenken anregen. Auch im Innenraum wartet eine große Überraschung: Analoge Rundinstrumente in einem Elektrofahrzeug!

Ich war so entzückt, dass ich mir direkt vom Mercedes-Mitarbeiter bestätigen lassen musste, dass dies nicht nur eine Designstudie ist, sondern dass es diese Option auch in Serienfahrzeugen geben soll. Digitale Cockpits sind in meinen Augen eine wahnsinnige Reizüberflutung und lenken - im Gegensatz zum Head-Up-Display - eher vom Wesentlichen ab als es zu komplementieren. Wir haben schon mehr als genug Displays, die wir täglich anstarren müssen.

Die kraftstoffgetriebene V-Klasse war nicht gerade ein Zuverlässigkeitswunder, aber im neuen EQV sind viele der anfälligen Komponenten gar nicht mehr verbaut. Das lässt hoffen! Mit einer Reichweite von 400 Kilometern sollte der 90 kWh-Akku für die meisten Anwender ausreichend groß sein. Neben der Großfamilie stehen vor allem exklusive Shuttle-Services als Zielgruppe im Fokus. Doch auch andere Transportversionen des EQV sind langfristig denkbar.

Der 204 PS starke Elektromotor entwickelt ein maximales Drehmoment von 362 Newtonmetern und ist zusammen mit Getriebe und Leistungselektronik tief nahe der Vorderachse verbaut, um das Fahrverhalten durch einen niedrigen Schwerpunkt zu verbessern. Die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h genügt auch für Langstreckenfahrten auf der Autobahn.

Um die Reichweite zu verbessern wurde der EQV mit einem Bremsenergierückgewinnungssystem ausgestattet. Die stärke der Rekuperation kann über Wippen am Lenkrad geregelt oder der Automatik überlassen werden, die dann auch Navigations- und Sensordaten in ihre Entscheidung mit einbezieht.

Auch VW arbeitet bereits unter Hochdruck am ID.BUZZ, der Neuauflage des klassischen Bullis. Wurde dem Projekt noch zu Beginn der Entwicklung eine düstere Zukunft vorhergesagt, scheint sich dieses Blatt nun zu wenden. Volkswagen rechnet mit einer großen Nachfrage für das Prestigefahrzeug.

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